Eine kleine Einführung

China, das "Reich der Mitte", Zhong Guo wie es die Chinesen in der Landessprache wirklich wörtlich bezeichnen, ist mit seinen etwa 1,3 Milliarden Einwohnern gar nicht so dicht besiedelt, wie man es denken mag. Etwa 80% der Bevölkerung leben auf ca. 20% der Landesfläche, wobei der am dichtesten besiedelte Streifen entlang der Meeresküste von Beijing (Peking) nach Guangzhou (Kanton) reicht. Geht man nach der üblichen Enteilung, so gibt der Chang Jiang (Yiangtsekiang), was wörtlich nur "langer Fluß" bedeutet, die Einteilung in Nord- und Südchina vor. Die fruchtbarste Gegend ist wohl in und um die Provinz Jiangsu zu finden, die der Lange Fluß als letztes durchquert, bevor er nördlich von Shanghai ins Meer mündet. Man sagt, dort in Jiangsu gäbe es denn auch die schönsten Frauen des ganzen Reiches. Die Hauptstadt der Provinz Jiangsu, Nanjing = "Kaiserstadt des Südens" war ebenso wie das, hauptsächlich wegen der Terrakottaarmee bekannte Xian = "Westlicher Frieden" und die heutige Regierungshauptstadt Beijing = "Kaiserstadt des Nordens" einmal Sitz der chinesischen Kaiser.

Neben vielen anderen Bevölkerungsgruppen dominieren mit um die 80% die Han-Chinesen innerhalb der Bevölkerung. Die chinesische Schrift "Han Zi" und Sprache "Han Yu" werden nach ihnen bezeichnet. Mit dem "Han-Land" dagegen bezeichnen die Chinesen ihren Nachbarn Korea.

Bis vor etwa zwei Jahrzehnten lebte die Bevölkerung in einem geschlossenen System, geführt und gelenkt ausschließlich von der totalitären Hand der regierenden Kommunistischen Partei, neu organisiert von Mao Zedong, der noch heute als Idol in den Köpfen steckt. Denn "sehr vieles, was er getan hat war gut". - Mit der, Ende der 80er begonnenen und immer weiter fortschreitenden Öffnungspolitik des Landes veränderte sich nun stetig und rapide fast alles, was einen Staat ausmacht.

Napoleon Bonaparte sprach schon 1816: "Lasst die Chinesen schlafen, denn wenn sie erwachen, werden sie die Welt erschüttern!" - Und sie sind nun geweckt worden aus ihrem jahrtausende langen Schlaf. Freihandel und Marktwirtschaft sind über sie hereingebrochen, mit all ihren Vorzügen, Verlockungen aber auch negativen Auswirkungen. Es spielen sich Umbrüche in Ausmaßen ab, die nicht mehr kontrollierbar sind. Nicht durch die Regierung, nicht durch Gesetze und nicht durch einfache Vernunft. Der Drache ist wach. Und er ist hungrig, neugierig, listig, manchmal eitel und, vor allem, riesengroß und stark. Aber es ist auch ein guter, hilfsbereiter und glückbringender Drache, vorausgesetzt man kennt ihn und seine besondere Art.